ehemann

21. Juni 2008 | Von | Kategorie: Erotische Geschichten, Pleiten Pech & Pannen

Und wieder einmal ist eine Liebesbeziehung in die Brüche gegangen. Anhaltende Eifersuchts-Arien, falsche Verdächtigungen und sinnlose Verhöre haben mich davon überzeugt, dass ich mir unter Liebe etwas völlig Gegenteiliges vorstelle. So hab ich mich aufgerafft, mit meinem Freund Schluss zu machen. Er hat das ziemlich zerstört und niedergeschlagen aufgenommen.

Ein paar Wochen später war ich auf Partnersuche und hab online-Inserate von kontaktfreudigen männlichen Exemplaren studiert. Einer hats mir besonders angetan, hat intelligent und unterhaltsam geklungen, und es ergab sich anfangs ein Geplänkel. Später haben wir einen Treffpunkt zum Kennenlernen vereinbart, als mich sein entsetzer Aufschrei per Internet ereilte. Titel des Mails : ” Wer ist das ??? ”

Eine hübsche Drohschrift hatte er erhalten, mit dem sinnigen Text : ” Ich weiss, wann und wo du dich mit ihr treffen willst. Ich warte im Gebüsch auf dich ! Lass meine Frau in Ruhe, sonst passiert dir etwas ! Unterschrift : ehemann ! ”
Na, ich war begeistert : Nur mein Ex-Freund kam in Frage, dieses schwachsinnige Droh-Mail verfasst zu haben. Gleichzeitig wurde es für mich zum Pflichtsieg, den jungen Mann zu erobern. Ich wollte sicher nicht zulassen, dass mein Ex-Freund mit seinen Versuchen, meine Zukunft zu vergiften, auch noch Erfolg haben sollte. Also hab ich mich besonders hübsch und verlockend gestylt und meine sonst übliche Vorsicht beiseite gelassen. Mit dem neuen Mann bin ich ausnahmsweise nach unserem zweiten Rendezvous mit in seine Wohnung gegangen. Sofort hab ich es bereut !

Er hatte praktischerweise anstatt eines Wohnzimmers gleich ein Schlafzimmer im großen Wohnraum eingerichtet. Beim Anblick seiner Dekoration bin ich ziemlich erschrocken. An der Wand prangte ein massives, riesiges Kreuz aus zwei schweren, schwarzen Holzbalken, mit Ketten und Handschellen verziert. So sanftmütig und allerweltslieb er mir noch im Lokal erschienen ist, so leidenschaftlich und fordernd war er als Liebhaber. Er hat mir wieder einmal bestätigt, dass die öffentliche Performance eines Menschen zu seiner ganz privaten völlig konträr sein kann ;-)   Zum Glück hat er mich nicht gefangen gehalten, sondern – ganz im Gegenteil – mir alle Wünsche erfüllt und mich spätnachts wie selbstverständlich wieder in Freiheit entlassen. Eine wilde, schwarze Kette von seiner Wand hat er mir als Andenken mitgegeben.

Am nächsten Tag hab ich mir den anderen Herrn vorgeknöpft, der sich als ehemann bezeichnet und störend in meine Anbahnung eingemischt hat. Der hat sofort ein umfassendes Geständnis abgelegt, hat mir beteuert, wie sehr er mich vermisst und liebt, dass er sich gebessert hat und sicher nicht mehr eifersüchtig sein würde. Feierlich hat er der zukünftigen Speicherung meines Mail-Passworts abgeschworen, und so stand einer glücklichen Versöhnung nichts mehr im Weg. Ich hab geglaubt, alle überraschenden Auswirkungen meines Liebeslebens souverän abgewendet zu haben, aber leider :

Beim Anblick meines eigenwilligen Souvenirs, der wilden schwarzen Kette an der Wand meines Schlafzimmers, hat meine entsetzte Putzfrau fristlos gekündigt.

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